Kinder lernen Sicherheit

Wasserspielzeuge sind keine Schwimmhilfe! Auf einer Luftmatratze über das Wasser gleiten und die Sonne genießen. Aber Vorsicht, dazu ist sie nicht gedacht! Denn in solchen Situationen kann es zu schlimmen Unfällen kommen.

Welche Unfälle passieren?
• Das Wasserspielzeug wird als Schwimmhilfe verwendet. Das Schwimmtier oder die Luftmatratze verliert Luft und das Kind kann sich nicht mehr daran festhalten
• Das Kind treibt mit der Luftmatratze über das Wasser und entfernt sich dabei unbemerkt weit vom Ufer
• Das Kind stößt plötzlich mit einem Boot oder Surfer zusammen und gerät in Not
• Man gerät ins Dickicht (Schilf o.ä.) aus dem man sich nicht befreien kann
• Das Wasserspielzeug enthält Giftstoffe, die sehr ungesund sind

Sicherheitstipps im Wasser
• Das Kind sollte gut schwimmen können und die Baderegeln kennen
• Andere Kinder sollten nicht zu Spielen überredet werden die sie noch nicht beherrschen oder kennen wie z.B. Bälle fangen im tiefen Wasser
• Mit dem Wasserspielzeug möglichst nah am Ufer bleiben – den je tiefer es wird, desto kälter ist es und es gibt stärkere Strömungen
• Eltern bzw. Aufsichtspersonen sollten immer wissen wann die Kinder ins Wasser gehen, um sie zu sehen
• Niemals um Hilfe rufen, wenn man nicht wirklich in Gefahr ist!
• Andere ist zu helfen, solange man sich nicht selbst in Gefahr bringt. Ansonsten so schnell wie möglich Hilfe holen

Tipps zum Einkauf von Schwimmspielsachen
• Wasserspielzeuge, Schwimmspielzeuge und Co., die stinken, können Giftstoffen enthalten
• Das CE Zeichen muss zu finden sein
• Das GS Zeichen bedeutet eine größere Sicherheit und eine gute Qualität
• Je robuster das Material, desto haltbarer ist das Schwimmspielzeug
• Schwimmspielsachen sollten besser schon zuhause gekauft werden, am Strand stehen sie oft schon seit Wochen in der heißen Sonne. Dafür sind sie nicht geeignet.

Baden und Plantschen
Kleine Kinder können bereits in wenige Zentimeter flachem Wasser ertrinken. Sie verlieren die Orientierung, sobald das Gesicht im Wasser ist und sind hilflos. Ertrinkungs- und Beinahe- Ertrinkungsunfälle beim Baden und Planschen verhindern:
• Kinder in der Badewanne nie unbeaufsichtigt lassen z.B. um kurz die Tür zu öffnen.
• Badesitze sind kein zuverlässiger Schutz vor dem Ertrinken,
• Planschbecken nach der Benutzung vollständig entleeren.
• Verlassen sie sich nicht auf Schwimmflügel und andere Schwimmhilfen. Sie gewähren keine ausreichende Sicherheit.

Tipps für Eltern – Sicherheit für Kinder
Kinder ertrinken leise! Ertrinken gehört zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen im Kindesalter – in allen Altersstufen! Auch wenn ein Kind „beinahe“ ertrinkt, kann es innerhalb kürzester Zeit durch den Sauerstoffmangel zu schweren Behinderungen kommen. Diese Unfallursache ist noch häufiger als das ertrinken selbst. Für einen Außenstehenden ist es oft schwer zu erkennen, wann ein Kind im Wasser in Not gerät. Denn Kinder ertrinken leise! Sie sinken unter Wasser wie ein schwerer Stein und unternehmen keine Selbstrettungsversuche z.B. durch Schreien oder lautes Wasserschlagen. Daher ist die Gefahr hoch, dass Kinder unbemerkt untergehen. Die Gefahr für Kinder im und am Wasser wird häufig unterschätzt. Während Säuglinge vor allem in der Badewanne ertrinken, sind Kleinkinder besonders beim Spielen im und am Wasser gefährdet. Je älter Kinder sind, desto häufiger ertrinken sie beim Schwimmen. Worauf sie achten sollten – im und am Wasser:
• Kinder nie aus den Augen lassen
• Kindern nicht die Aufsicht über ein anderes (kleineres) Kind übertragen. Kinder sind noch nicht in der Lage, die Verantwortung für ein anderes Kind zu übernehmen.
• Kindern möglichst frühzeitig das Schwimmen beibringen.
• Versuchen sie, vorausschauende Gefahrenstellen auszumachen.
• Badeverbote und Warn-Flagge beachten!
• Kinder auf Booten immer eine Schwimmweste anlegen.
• Sonnenschutzmittel mit hohem Sonnenschutzfaktor benutzen.

Schwimmen
Das ideale Alter um schwimmen zu lernen liegt zwischen fünf und acht Jahren. Mit Paddelbewegung oder Hundekraulen kann sich ein Kind schon ab vier Jahren über Wasser halten und auch ein paar Meter vorwärts kommen. Erste Grundfertigkeiten wie Tauchen und Gleiten können kleinere Kinder schon üben. Diese Erfahrungen helfen, schnell und sicher schwimmen zu lernen. Schwimmabzeichen sind eine guter Anhaltspunkt für die Schwimmfähigkeit von Kindern. Aber Achtung! Auch vermeintlich gute Schwimmer geraten im Wasser in Not, weil:
• Kinder ihre Kraft und Ausdauer überschätzen.
• Sie mit Luftmatratzen oder anderen Wasserspielzeug abtreiben.
• Sie sich leichtsinnig verhalten.
• Sie in eine gefährliche Strömung oder in tiefes/kaltes Wasser geraten.

Unfälle beim Schwimmen vermeiden, aber wie?
• Kinder sollten die Baderegeln kennen und sich auch daran halten!
• Kinder sollten ausreichend Möglichkeiten erhalten ihre Ausdauer und Geschicklichkeit im Wasser zu trainieren.
• Vergewissern sie sich, ob Kinder tatsächlich sicher schwimmen können. Auf die Selbstaussagen von Kindern kann man sich nicht verlassen.
• Stellen sie Regeln auf, wo und wie Kinder ungefährlich schwimmen können.

Weitere Infos erhalten sie auch unter www.kindersicherheit.de